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Gesundheit

Gesundheit

Sans-Papiers leben unter schwierigen Bedingungen. Die Arbeit ist oft anstrengend und ungesund. Dazu kommt der Stress des Lebens ohne geregelten Aufenthaltsstatus (in der Illegalität), weit weg von Heimatland und Familie. All dies kann Folgen für deine Gesundheit und dein seelisches Wohlbefinden haben. Rückenschmerzen, schlechte Laune und Depression sind Warnsignale, die du ernst nehmen solltest.

Lebe nicht nur für andere und die ferne Zukunft. Nimm dir heute Zeit für Sachen, die du gerne machst. Schliesse dich mit andern zusammen, um die Isolation zu durchbrechen.

Der Gesundheitswegweiser von SRK, Caritas und Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt dir weitere Auskünfte (zu beziehen bei den Beratungsstellen für Sans-Papiers oder unter www.migesplus.ch).

Adressen und weitere Informationen findest du auch hier oder auf der Plattform «Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers»: www.sante-sans-papiers.ch.

Recht auf Gesundheitsversorgung

Gesundheit ist ein Menschenrecht, auch für Sans-Papiers! Wenn du krank oder verletzt bist, muss man dich behandeln, auch wenn du keine Krankenversicherung hast.

In den Spitälern gibt es Sozialarbeiter/-innen. Sie können dir bei Problemen weiterhelfen.

Ärzte/-innen und das Spitalpersonal sind zur Geheimhaltung verpflichtet. Sie dürfen deine Daten nicht der Polizei oder dem Migrationsamt melden. Die Verletzung der Schweigepflicht kann Strafmassnahmen zur Folge haben.

Recht auf Krankenversicherung

Du hast das Recht, eine Kranken- und Unfallversicherung abzuschliessen. Kosten von Arztbehandlungen, Spitalaufenthalten, Schwangerschaft und Geburt werden von der Krankenkasse bezahlt. Nicht versichert sind Zahnarztbehandlungen.

Die Krankenkassen sind verpflichtet, Sans-Papiers zu versichern. Das Bundesamt für Gesundheit BAG bestätigte im November 2008 die Weisung zur Versicherungspflicht der Sans-Papiers, die das Bundesamt für Sozialversicherung BSV Ende 2002 an die Krankenversicherer herausgegeben hatte.

Die Weisung des Bundesamtes für Sozialversicherungen von 2002 findest du: hier.

Eine Krankenversicherung in der Schweiz ist nicht gratis. Du bezahlst monatlich einen Betrag (die «Prämie»). Zusätzlich zu den Prämien musst du einen Teil der medizinischen Behandlungs- kosten übernehmen, eine jährliche Franchise. Sobald die Kosten der Behandlung diese Franchise übersteigen, müssen zusätzlich 10% der Kosten bezahlt werden («Selbstbehalt»). Bei niedrigem Einkommen besteht in gewissen Kantonen die Möglichkeit, eine Prämienverbilligung («Reduktion») zu beantragen (informiere dich bei einer Beratungsstelle). Auch die Krankenkassen unterstehen der Geheimhaltungspflicht. Trotzdem empfehlen wir dir, beim Versicherungsabschluss die Adresse einer zuverlässigen, «legalen» Drittperson anzugeben.

Empfängnis- und Krankheitsverhütung (HIV/Aids, andere Geschlechtskrankheiten)

Ärzte, Spitäler und spezielle Beratungsstellen informieren über Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbruch.

Kondome beim Sex schützen dich vor HIV/Aids und anderen Geschlechtskrankheiten. Sie sind rezeptfrei in jeder Apotheke und im Warenhaus erhältlich. HIV-Tests können auf spezialisierten Stellen kostengünstig und anonym vorgenommen werden. Informationen zum Thema HIV/Aids findest du in diversen Sprachen unter www.aids.ch oder www.migesplus.ch.